RADREISE - coronakonform

01.09.2020 17:53

CORVID-19, ein Virus verändert die Welt. So auch die Reisewelt.

Im Juni war bei mir eine Rad-Reise von Basel nach Barcelona geplant. Wurde gecancelt wegen der aktuellen „ungünstigen“ Viruslage u.a. in Frankreich und Nord-Spanien. Verständlich, richtig, aber trotzdem schade. So schaute ich bei meinem Radreise-Veranstalter auf die Webseite und suchte nach möglichen Ersatzreisen. Ich fand diese in einem Angebot, das Erzgebirge mit dem Rennrad zu erkunden. In überschaubarer Gruppe, natürlich coronakonform.

Am 12.08. war es soweit. Wir Radler trafen uns in einem Hotel in Dresden, um am nächsten Tag, bei bestem Wetter, gemeinsam vor der Frauenkirche gen Holzhau zu starten. Wir radelten am östlichen Elbeufer gen Pillnitz, Bad Schandau, machten einen touristischen Abstecher zur Bastei und erklommen dann langsam aber sicher die ersten Ausläufer des böhmischen Riesengebirges. Wir nutzten kleine Straßen mit guter Asphaltierung. Ein Genuss für Rennradler! Wechselten zwischen dem Grenzverlauf Deutschland/Tschechien tagsüber mehrmals ohne Kontrollen hin und her. Das war erfreulicherweise wieder möglich! Zu Corona-Hochzeiten wurde diese Grenze massiv abgeriegelt und kontrolliert! Eine herrliche Mittelgebirgslandschaft durchradelten wir mit teilweise phantastischen Fernblicken gen Sachsen oder Tschechien. Wenn da nur nicht diese üblen „Stiche“ an einigen Bergen gewesen wären… 13-18% Steigung: zwischen 200 Metern und 2 Kilometern Länge war alles dabei. Mehrmals täglich, unregelmäßig. So, wie keiner es wirklich mag, der Reiseveranstalter für derartige Planungen aber bekannt ist und weshalb wir Rennradler diesen Veranstalter (aber dennoch) „sehr mögen“… Es wurde sich also nicht beschwert. Heimlich gelitten aber auch nicht.

Die Stimmung in der Gruppe auf dem Rad oder in den Verpflegungs-Pausen war zu jeder Zeit gut und entspannt. Wenn´s bergauf ging fuhr jeder Teilnehmer sein eigenes Tempo und es wurde oben auf dem Berg immer gewartet. Gemeinsam (!) fuhren wir dann weiter. Am 2. Tag von Holzhau gen Oberwiesenthal. An diesem Tag war eine Regenfront unser täglicher Begleiter…, mal in der Nähe drohend am Himmel, dann reell, sodass das Wasser aus den Radschuhen floss und zu guter letzt in Form von Nebel am und auf dem Fichtelberg. Vom Fichtelberg ging es klamm an Händen und Füßen 300 Hm bergab ins Hotel. Die warme Dusche weckte wieder die Lebensgeister bei mir.

Am 3. Tag ging es wieder von Oberwiesental zurück in das kl. Landhotel in Holzhau. Natürlich nicht (!) auf gleicher Strecke, wie am Tag zuvor. Hielten wir uns am 2. Tag mehrheitlich in Sachsen auf, war der 3. Tag von tschechischer Landschaft geprägt. Während dieser beiden letzten Tage waren wir auf dem „Stoneman“ Weg für Rennradler unterwegs. Einen Bericht darüber gab es in der ROADBIKE-Zeitschrift im Mai 2020: https://www.roadbike.de/rennrad-szene/stoneman-miriquidi-road-300-km-durchs-erzgebirge/  

Der 4. und letzte Tag führte uns wieder gen Dresden zurück. Als kleiner „Bonbon“ wurde uns die Auffahrt zum „Mückentürmchen“ angekündigt. Der „Bonbon“ erwies sich aber als ziemlich saurer Drobs. 2 km lang eine Steigung von ca. 11-14%, die dann zur „Erholung“ auf den letzten 4 Km sich bei 7-9% Steigung einpendelte bevor der Blick vom Bergplateau nach Tschechien großartig wurde. Die anschießende letzte Mittagspause war mehr als verdient! Die letzten Km rollten wir mehr oder weniger bergab gen Dresden. Das Wetter war an diesem Tag versöhnlich bei 32° und blauem Himmel.

580 km auf dem Rennrad und ca. 8600 Hm lagen nun unfallfrei hinter uns. Glückliche Gesichter gab´s zum Abschluss.

Zurück